Quiems / Öffentliches Fernsprechtuch (1988)

Quiems / Öffentliches Fernsprechtuch
Künstlerhaus Bethanien, Berlin 1988

Mit der Eröffnung und Aufführung von “Quiems/Öffentliches Fernsprechtuch” im KHB endete 1988 meine Arbeit als Performer. Der Skulptur-Bereich war mit grauem Moos-Gummi via Pylonen gekennzeichnet. Die Netzkonstruktion aus schwarzem quadratischem Gummi bildete das Zentrum. Eine stählerne Schaukel war durch einen Draht mit einem Glaskörper auf der Seite jenseits des Netzes verbunden. Zu Füßen des Netzes kam ein Aluminium-Koffer zu stehen, aus dem heraus in geöffneten Zustand Lichtblitze von 7 Stroboskopen in den Raum sprangen. Die eingestellte Frequenz zeichnete akustisch und visuell mit perkussiven Strukturen den Kopf der Freiheitsstatue in den oberen Raum.


Bis 1988/89 war mir bei der Herstellung und Inbetriebnahme akustischer Skulptur immer wichtig, dass der Materialcharakter zur Erzeugung der Akustik direkt, unverfälscht und möglichst ohne elektronische Verstärkung mit dem und durch den umgebenden Raum als Schallkörper das Schallfeld durchfährt.

Auch bei “QUIEMS / Öffentliches Fernsprechtuch“, gibt es keinen elektronischen Verstärker via Mikrofon.
Nach Abrollen und Befestigung des Musikalischen Absperrbandes bespiele ich die Plastikfläche mit meiner Hände Haut, es ertönt eine kleine Blasmusik, die Jagd ist aus die Jagd ist auf; zeichnet das rhythmische Perkussionsgeräusch der Stroboskop-Blitze (-aus dem Aluminium-Koffer-) ein unteres akustisches Feld zu den Schattenlinien des Gumminetzkörpers.

Vom Mariannenplatz dringt das Sirenengeräusch eines Rettungswagens in den Raum.